Blackjack Expertern der Extraklasse: Berühmte Gauner

Übervorteilung des Hauses statt Hausvorteil: Beim Blackjack scheiden sich die Geister. Kartenzählen gehört zum strategischen Instrumentarium von Profispielern und gilt vor dem Gesetz nicht als Betrug. Ein Hausverbot wegen Card Countings kann zwar einen Eintrag in der Las Vegas Blacklist nach sich ziehen, nicht aber im polizeilichen Führungszeugnis. Kriminell agiert dagegen, wer das Casino oder andere Spieler arglistig täuscht, sich unerlaubter Hilfsmittel bedient, verbotene Absprachen mit dem Dealer trifft und so fort.

Ida SummersBevor „die Hexe von Vegas“ zwischen 1960 und 1980 die Blackjack Tische von Las Vegas aufmischte, kam Frauen bei organisierten Casinobetrug meistens die Aufgabe zu, Dealer und Casinoaufsicht vom Geschehen abzulenken. In dieser Hinsicht ist Ida Summer eine echte Pionierin: Ihre Spezialität war das „Card Mucking“, bei dem der Spieler eine oder mehrere Karten verschwinden lässt (zum Beispiel in seiner Kleidung), um sie bei passender Gelegenheit wieder ins Spiel zu bringen. Später ging sie sogar dazu über, ganze Stapel aus dem Kartenschuh zu klauen und gegen vorsortierte auszutauschen. Dann entfernte sie sich vom Tisch, und einer ihrer Partner übernahm das Spielen. Erwischt wurde sie erst, als die Nevada Gaming Commission das FBI zu Hilfe rief.

Steve Forte Kartenprofi Steve Forte weiß vielleicht mehr über Blackjack als jede andere lebende Person. Er hat Bücher und Fachartikel zum Thema veröffentlicht, eine ganze Bibliothek zum Thema gesammelt und ist Chef der Firma international Gaming Specialists, die sich als Dienstleister für die Aufdeckung von Betrug am Kartentisch spezialisiert hat. Dahinter steht eine jahrzehntelange Erfahrung als Manipulator. Seit seiner Kindheit interessierte sich Forte für Kartentricks. Er brachte es zum Experten in der Kunst, Karten auszutauschen, und zwar sowohl als Blackjack Dealer wie auch als Spieler. Casinochefs, die Forte als Consultant engagieren, können sicher sein, dass er Betrüger schnell entlarvt, lassen den Spezialisten jedoch ebenfalls überwachen.

Die Tran Organisation

Ein Teamchef, der seine Leute nicht ernst nimmt, steht erfahrungsgemäß bald im Regen. So erging es im Jahr Phuong Truong, dem Chef einer der berühmtesten Diebesbanden der Welt. Als die aus zahlreichen Teams bestehende „Tran Organisation“ 2002 in San Diego, Kalifornien aufflog, hatte sie in diversen Casinos insgesamt 7.000.000 Dollar erbeutet. Erwischt wurde damals ein der Bande angehörender Blackjack Dealer, der einen Stapel Karten nur zum Schein mischte, in Wirklichkeit aber darauf achtete, dass jede Karte ihre ursprüngliche Position beibehielt. Andere Teammitglieder am Tisch merkten sich die Abfolge der Karten und wussten, wie sie in den nächsten Händen zu agieren hatten. Vermutlich wäre das noch eine ganze Weile so weitegegangen, hätte Phuong Truong nicht begonnen, Dealer in schneller Folge anzustellen und wieder zu entlassen. Ein paar von ihnen taten sich zusammen und gaben dem FBI Tipps über die nächsten Aktionen.