Pokervarianten im Casino

Pokern als reine Glückssache: Versuche, das Pokerspiel casinotauglich zu machen, beziehungsweise einsamen Zockern zum Pokerspaß zu verhelfen, reichen bis in die frühe Blütezeit dieses Kartenspiels zurück. Die Poker Machine, die Sittmann & Fey erfanden, simulierte die Situation nach der Kartenausgabe durch den Dealer und leitete die Ära der Video Poker Automaten ein. Die 1980er Jahre bescherten uns Tropical Stud, eine der ersten offiziell fürs Casino zugelassenen Pokervarianten. Speziell fürs Online Casino konzipiert wurden Casino Hold’em und TXS Hold’em.

Überflüssig beim Pokern im Casino: Sonnenbrille & PokerfaceAn Poker Machines ebenso wie an Casino Hold’em, Tropical Stud oder TXS Hold’em Tischen regiert überwiegend das Kartenglück. Beim Zocken gegen reale Gegner mischen Elemente wie Beobachtung des Gegners und psychologische Manöver spielentscheidend mit – was nicht nur Pokeranfänger zur Verzweiflung treiben kann und gelegentlich in waschechte Wutausbrüche mündet. Andererseits kommt es auch bei den fürs Casino konzipierten Pokerspielen auf Kartenverständnis, genaue Kenntnis der Regeln und das Beherrschen der Basisstrategien an. Der Spieler hat hier von vornherein „die schlechteren Karten“, weil er gegen das Haus spielt, kann das aber durch kluge Taktik zumindest teilweise wettmachen.

Der Klassiker: Oasis Poker

Gamblingexperte und Buchautor David Sklansky („The Theory of Poker“) präsentierte 1982 das von ihm entwickelte „Casino Poker“, bei dem ein Spieler gegen das Haus beziehungsweise gegen den Dealer antrat. Es basiert auf den altehrwürdigen Pokervarianten Five Card Stud und Five Card Draw und ist heute als Caribbean Stud, Tropical Stud oder Oasis Poker in den meisten Online Casinos zu finden. Clever gespielt, gehört Caribbean Stud mit einem „eingebauten“ Hausvorteil von 1,46 Prozent zu den für Zocker potenziell lukrativsten Casino Games.

Der Spielablauf beim Tropical StudAn einem realen Oasis Pokertisch spielen bis zu sechs Personen unabhängig voneinander gegen den Dealer. Im Online Casino sitzen Sie ihm im Normalfall allein gegenüber. Sie platzieren den Ante (Grundeinsatz) und erhalten fünf Karten, der Bankhalter ebenfalls, wobei eine seiner Karten für Sie sichtbar offen liegt. Nun haben Sie die Wahl, auszusteigen oder Ihre Hand zu spielen. Wie beim Video Poker können Sie einzelne oder alle Karten gegen neue austauschen, allerdings kostet jeder Draw einen zusätzlichen Einsatz. Sie entscheiden ein weiteres Mal, ob Sie weiterspielen oder callen wollen. Daraufhin folgt der Showdown. Dreht der Dealer nicht einmal ein Paar und nicht mindestens ein Ass und einen König um, steigt die Bank aus, und Sie erhalten Ihren Grundeinsatz zurück, ganz egal, was Sie auf der Hand haben. Besonders ärgerlich ist das, wenn Sie laut Auszahlungstabelle eigentlich recht viel kassiert hätten …

Das spezielle Risiko beim Oasis PokerDass die Bank sich am Ende noch ausklinken kann, stellt für den Spieler ein zusätzliches Risiko dar. Vielleicht hat er beim Draw schon ordentlich Geld auf dem Tisch gelassen, und will im Showdown ordentlich absahnen – doch plötzlich heißt es: „Der Dealer hat sich nicht qualifiziert!“ Andererseits sind da die wirklich stattlichen Auszahlungsquoten in den höheren Handrängen: Wer mit einem Full House gewinnt, gewinnt den siebenfachen Einsatz, das Zwanzigfache gibt’s für einen Vierling, das Fünfzigfache für einen Straight Flush, und ein Royal Flush wird hundertfach honoriert.

Casino Hold’emJe simpler ein Casinospiel ist, desto schneller verliert man sein Geld. Dieses einfache Prinzip schlägt auch beim Casino Hold’em durch. Hier stehen die Chancen etwa 1: 2,6 fürs Haus (also ähnlich wie beim Roulette, und immer noch deutlich besser als an Slotautomaten). Sie spielen eine Art Limit Hold’em als Heads-up gegen den Dealer. Auch Casino Hold’em stammt vom „Reißbrett“ eines PokerPros: Pünktlich zur Jahrtausendwende stellte es der englische Zocker und Werbefachmann Stephen Au-Yeung zum ersten Mal in einer Spielbank vor, und nur zwei Jahre später kam es in die Internet Casinos.

Der Spielablauf beim Casino Hold’emWenn Sie den Ante gesetzt und die Hole Cards verteilt sind, wird der Flop ausgelegt. Sie sehen nur Ihre eigenen Karten, die des Dealers bleiben verdeckt. Halten Sie Ihr Blatt für sehr schlecht, folden Sie, das heißt, Sie legen die Karten weg, und die Bank kassiert den Ante. An dieser Stelle ein Tipp: Viele Spieler begehen hier den Fehler, zu häufig Hände aufzugeben und damit den Grundeinsatz zu verschenken. Üben Sie sich in Wagemut und folden Sie nur wirklich schlechte, nicht zusammenpassende Hole Cards!

Wenn Sie sich Chancen ausrechnen, dass Ihre Hand gewinnt, callen Sie und setzen einen weiteren Betrag. Jetzt kommen die letzten beiden Gemeinschaftskarten (Turn und River) auf den Tisch. Der Dealer dreht sein Blatt zum Showdown um. Die bessere Pokerhand gewinnt. Auch hier muss sich der Bankhalter qualifizieren, indem er mindestens zwei Vierer zeigt. Anders als beim Oasis Poker winkt für gute Hände allerdings eine Auszahlung entsprechend der Ante-Gewinntabelle.

Selten und umso spannender: TXS Hold’emKomplexer und bei einem Hausvorteil von 1,26 Prozent auch lohnender kann es an einem TXS Hold’em Tisch zugehen. Allerdings ist diese Variante nicht so häufig in den Casinos vertreten (einen sehr schönen TXS Hold’em Tisch hat NetEnt im Programm). Sie spielen ein komplette Texas Hold’em Heads-up, von der Kartenausgabe bis zum River inklusive aller Setzrunden, und ohne dass die Bank aussteigen könnte. Im Showdown gewinnt die bessere Hand – eine perfekte Gelegenheit, um den Spielverlauf, die Rangfolge der Hände und die Berechnung der eigenen Gewinnchancen beim Texas Hold’em zu üben und zu verinnerlichen.