Putins Zockertraum: Las Vegas in Sibirien

17.08.15: Zocken bei minus 20 Grad: Geht es nach dem Willen von Russlands Staatschef, wird Wladivostok im äußersten Osten des Landes das neue Mekka der Gamblingszene. Schon ab August soll das „sibirische Las Vegas“ den asiatischen Glücksspielzentren in Macau und Singapur das Wasser abgraben.

Wenn eine Regierung sich unter Zuhilfenahme absurd-rigider Gesetzgebung damit abmüht, Online Gambling zu ächten, liegt der Verdacht nahe, dass es dabei eher um die Interessen mächtiger Lobbys, als um das Wohl der spielfreudigen Untertanen geht. Erst im Februar hatte die Internetaufsichtsbehörde Roskomnadsor eine verschärfte Gangart im Kampf gegen das virtuelle Gamblen angekündigt. Nur wenige Monate später erstand vor den Toren von Wladivostok ein Superkomplex mit 16 Casinos und zahlreichen anderen Vergnügungsangeboten, mit Marina, Golfklub und Shopping Malls.

Eins aber muss man Putin zugestehen: So absurd ist die Idee einer Casinostadt im Ödland gar nicht. Schließlich erblühte Las Vegas, die Mutter aller Zockermetropolen, ebenfalls binnen weniger Jahrzehnte mitten in einer unwirtlichen Wüste. Bloß dass die Temperaturen dort im Schnitt 50 Grad Celsius höher sind.