Nicht nur in schlechten Zeiten sinnvoll: Money Management beim Pokern

So gut wie jeder Pokerfan, der nicht unbegrenzt aus dem Vollen schöpfen kann, um sein Lieblingsspiel zu finanzieren, sieht sich früher oder später mit der Notwendigkeit konfrontiert, sein Spielkapital – die Poker Bankroll – sinnvoll zu verwalten. Eine gut geführte Bankroll stellt die Grundlage dafür dar, Verlustserien zu überstehen, die Pokerprofis genau wie passionierte Gelegenheitsspieler unweigerlich durchlaufen.

Wer sollte Bankroll Management betreiben?

Drei oder vier schlechte Cashgame Sessions oder ein paar unfreiwillig zu früh beendete Turniere machen noch keinen der gefürchteten „Losing Streaks“ aus. Wer seine Poker Bankroll clever nutzt, kann selbst während monatelanger Flauten an seiner Spielpraxis arbeiten, ohne die oberste Priorität zu verletzen: Geld, das für den eigenen Lebensunterhalt oder den der Familie dienen soll, für Ausbildung, Urlaub et cetera eingeplant ist, gehört unter keinen Umständen ins Spielcasino.
Hobbyspieler, die Geld dafür anhäufen wollen, an Cashgames auf höheren Limits oder gar an der World Series of Poker in Las Vegas teilzunehmen, gehen mit ihrer Bankroll von Hause aus anders um als Pros, deren Einkommen vom Erfolg am Pokertisch abhängt. Letztere müssen ihr Spielkapital wesentlich umsichtiger einsetzen und tendieren eher zu einem sehr sparsamen Umgang damit.

Bankrolls für verschiedene Situationen und SpieltypenVoraussetzung für jedes tragfähige Money Management ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und sowie die Analyse des eigenen Spielverhaltens:
– Wie viel Geld gewinne ich durchschnittlich bei welchem Einsatz (in der Fachsprache: Wie hoch ist mein ROI, der“return on investment“)?
– Welche Pokervarianten und welche Settings bevorzuge ich? Bei Limit Games kommt es nur selten zum All-in, weswegen sie meistens weniger kostspielig sind als No Limit Games auf demselben Level. Und je mehr Personen an einem Turnier teilnehmen, desto größer ist die Chance, auszuscheiden, ohne ITM („in the money“, in die Geldränge) zu kommen.
– Bin ich sparsamer „Grinder“ (to grind = sich geduldig abrackern) oder risikofreudiger Zocker? Im ersten Fall kann die Bankroll kleiner sein als im zweiten, da geringere Risikobereitschaft weniger Fluktuation in der Kasse bedeutet.