Online wäre das nicht passiert: dreiste Slot-Manipulationen

Es war einmal… Praktisch von dem Moment an, in dem die ersten Spielautomaten Zocker anlockten, entstanden auch mehr oder weniger schlaue Cheatversuche. Das berühmt-berüchtigte „Las Vegas Black Book“ (auch „Griffin Book) ist eine weltweit ständig aktualisierte Liste von Personen, die auf nicht ganz reguläre Weise „zu oft“ gegen jede Wahrscheinlichkeit erfolgreich waren. Hier ein paar der spektakulärsten Kniffe:

1. Ticks, Tricks und Tracks – der Jojo-Trick

Vermutlich der älteste Cheat an Slot Machines ist ein Bindfaden, an dem eine Münze baumelt. An manchen alten mechanischen Geräten war es möglich, die Münze vorsichtig in den Geldschlitz einzuführen und wieder herauszuziehen, sobald die Maschine eine Zahlung registriert hatte. 1949 führten ihn Donald Ducks Neffen in Walt Disney’s „Donald’s Happy Birthday“ vor.

2. Abgeschliffene MünzenMit der Zeit wurden Slot Machines mit feineren Sensoren ausgestattet, die rustikale Manipulationen wie die Bindfaden-Technik erkannten und abwehrten. Bald schon kamen gewiefte Trickser jedoch auf die Idee, Münzen an den Rändern vorsichtig flacher zu schleifen. Ein optischer Sensor registrierte so zwar den Münzeinwurf und setzte den Spin in Gang, gleichzeitig jedoch warf der Spielautomat das Geldstück wieder aus, da sie (durchaus im wörtlichen Sinne) durch das Raster fiel.

3. Gefälschte TokenLouis „The Coin“ Colavecchio verbrachte die Jahre 1998 bis 2006 im Gefängnis. Der Grund: Eine von ihm angeführte Fälscherbande produzierte im großen Stil Chips, die in Größe, Gewicht und Prägung von echten Spielautomaten-Chips kaum zu unterscheiden waren, und ließ sich an der Casinokasse Bargeld dafür auszahlen. Damit läutete „Die Münze“ das Zeitalter der Gutscheine aus Papier ein, die moderne Spielautomaten anstelle eines Münzregens ausspucken.

4. Affenpfoten und LichtangelnHebel aus Klavierdraht, mit denen sich der Mechanismus zur Münzausgabe in Gang setzen ließ, oder batteriebetriebene winzige Lämpchen, die den optischen Sensor irritierten, sind weitere Beispiele für den Erfindungsreichtum handwerklich begabter Trickbetrüger.

5. Cleverer AuszahlungscodeSozusagen als Bock im Gärtnergewand erwies sich Softwarespezialist Ronald Dale Harris. Als Mitarbeiter der Behörde für Glücksspielaufsicht in Nevada programmierte er Computerchips für Spielautomaten, die die Payouts kontrollierten und Manipulation verhindern sollten. Insgeheim allerdings bestückte er mehr als 30 Slot Machines im gesamten US-Bundesstaat mit einem eigens kreierten Code. Der sorgte dafür, dass das Gerät einen hohen Betrag auszahlte, sobald eine bestimmte Kombination von Münzen eingeworfen wurde (nach einem Schema wie zum Beispiel: 2 Münzen – Pause – 4 Münzen – Pause – 1 Münze – Pause – 3 Münzen). Zum Verhängnis wurde Harris die Umprogrammierung des Quellcodes für einen Keno-Automaten in Atlantic City. Weil noch niemals zuvor ein ähnlich hoher Jackpot in New Jersey ausgeschüttet worden war, gab es eine Untersuchung, die quasi nebenbei auch Harris‘ andere Computertricks aufdeckte.